Die Geschichte der Scheuchenstuel Stiftung

Die Stiftung trägt den Namen ihrer Gründerin Josephine von Scheuchenstuel, die 1869 mit großem persönlichen Einsatz das alte Studentenheim des Jesuiten-Konviktes und spätere Armenhaus in der Museumstraße, Ecke Meinhardstraße erwarb. Sie war die Gattin des damaligen Landesgerichtspräsidenten und Mutter einer Tochter. Ihr Vorhaben, sich für arme Mädchen vom Land einzusetzen, war vom christlichen Grundsatz der Nächstenliebe motiviert.

Es gelang ihr, ein nicht unbeträchtliches Vermögen zu beschaffen und damit 1875 die Stiftung mit dem Namen „Mädchen-Waisen-und Erziehungshaus unter dem Schutz des Heiligen Josef” zu gründen. In der Praxis wurde sie stets „Scheuchenstuel-Stiftung” genannt, wie seit 1994 auch die offizielle Bezeichnung lautet. In den ersten Jahrzehnten bot das Haus eine Heimat für ca. 120 Voll- und Halbwaisen sowie Kinder aus ärmlichen Verhältnissen, die von Barmherzigen Schwestern praktisch ausnahmslos als Dienstboten ausgebildet und vermittelt wurden.

Nach dem 2. Weltkrieg diente das Haus zunächst als Obdachlosenheim, später als Lehrlingsheim und Caritaszentrale. 1980 entstand das neue Mädchenheim für Schülerinnen der Oberstufe, das sozusagen das Stammhaus der Stiftung darstellt.
1994 übernahm die Stiftung jedoch auch die älteste Kinderkrippe Tirols, die heute in der Kindervilla Kravogl untergebracht ist. Damit ist eine professionelle Betreuung auch für die Allerkleinsten garantiert.